Projekt "Tanzlinde am Lindenfirst"

Juni 2017

22.09.2017

„Bauwerk“ soll den „Tanz“ nicht behindern

Zu den aktuellen Bauprojekten, unser Taubental betreffend, möchte ich folgendes Gedicht von Max Bewers beisteuern,

welches für sich spricht: „Pflanz einen Baum mein Freund und lass Dich mahnen, pflanz einen Wald, wenn Du es irgend kannst! Frag nicht, wer einst in seinem Schatten tanzt, bedenke Mensch: es haben Deine Ahnen, eh sie Dich kannten,´auch für Dich gepflanzt!“

Das Gedicht könnte, angesichts des geplanten Projektes „Tanz-Linde“, vielleicht so weitergehen (wenn auch nicht ganz so poetisch): „Tanz um den Baum mein Freund, so Du dies willst und freu Dich dran, dass nicht der Menschen Bauwerk Deinen Tanz behindert.“

Heike Stutzmann, Gmünd-Rehnenhof

© Gmünder Tagespost 28.06.2017 -MICHAEL LÄNGE

Gmünd zu Fuß und mit Rad entdecken

Remstal-Gartenschau Oberbürgermeister Richard Arnold präsentiert Stadträten ein Bündel an Ideen für die Remstalschau in zwei Jahren. Zeiselberg bleibt das wichtigste Projekt. 

Die Remstal-Gartenschau wird konkreter: Oberbürgermeister Richard Arnold hat am Mittwoch Stadträten die Inhalte des Gmünder Teils erläutert. „Alles schaut nach Gmünd“, sagt dabei Arnold. Der Erfahrung 2014 wegen. Der OB präsentiert ein Bündel an Ideen – und die Kosten dafür. Die vier Investitionen am Zeiselberg, auf dem Leonhardsfriedhof, für den Glaubensweg Via Sacra in Gamundia und das naturnahe Remsufer in Hussenhofen kosten 2,9 Millionen Euro, davon trägt die Stadt 1,85 Millionen Euro. Die Veranstaltungen der Gartenschau durchzuführen, kostet etwa 2,6 Millionen Euro, der Anteil der Stadt beträgt 1,58 Millionen Euro.

40 Kilometer der Rems verlaufen im Ostalbkreis. „Wir wollen in unserem Teil der Gartenschau eine Geschichte erzählen“, sagt Arnold. Die Idee dafür: „Radfahren vom Universum bis nach Gmünd“. Diesen Weg sollen Besucher mit den vier Kernprojekten erleben. Und mit acht weiterten Angeboten, die Arnold dem staufischen Achteck folgend setzt:

 

Wandernd und per Rad – so können Gäste sich den Gmünder Teil der Gartenschau erschließen.

Eine Tanzlinde wird ein Aussichts- und Treffpunkt am Lindenfirst. Tanzlinde bedeute dabei nicht, so der OB, dass dort Tag und Nacht gefeiert wird. Sondern die Tanzlinde soll das Ende eines attraktiven Wanderweges sein, der über die Himmelsleiter zur Wetzgauer Kolomankirche und hinüber zum Lindenfirst führt.

Ein Erlebnisweg führt von der West- in die Oststadt.

An den Remsstrand sollen die Strandkörbe zurückkehren.

Der Salvator präsentiert sich als Berg der Hoffnung.

Natürlich miteinander. Im Remstal

Schriftzug für Ehrenamtliche

Der Geologische Pfad vom Hölltal auf den Rechberg wird auf Vordermann gebracht.

Ein Streuobstwiesenpfad lädt nach Weiler in den Bergen.

Der Himmelsgarten wird mit Backhäusle, Schlittenberg und verlängerter Kugelbahn angereichert.

„Leuchtturmprojekt“ ist für Arnold dabei der Zeiselberg, auf den ein Bürgerweg führt. Dieser wird mit Glückssteinen finanziert, die Bürger erwerben können. Aktuell sind 116 verkauft, 1000 will die Stadt verkaufen.

Weitere Projekte sind ein Wolkengarten bei der Villa Hirzel, ein Veranstaltungsbereich im Remspark, ein Jugendstilgarten am Josefsbach in der Umgebung unzähliger Gründerzeitvillen, der Königsturm mit mittelalterlicher Geschichte, das Haus in der Imhofstraße 9, das jüdisches Leben in Gmünd darstellt, Kunst des Landes Baden-Württemberg im Kornhaus, ein Baden-Württemberg-Treff auf dem Kornhausplatz, die Ott-Pausersche Fabrik als „lebendige Werkstatt“, die an historischen Tafeln zum Dinner für soziale Zwecke lädt, eine Blumenhalle im Prediger und eine Ausstellung über religiöses Leben in Gmünd, die „geistige Tradition der Stadt, aber auch Interreligiöses“.

 

Eine weitere Zahl, die den OB stolz macht: Bereits 120 Bürger haben sich als Ehrenamtliche für die Gartenschau 2019 gemeldet. Sie bekommen, wie 2014, besondere Kleidung. Sie trägt die Aufschrift „Natürlich miteinander. Im Remstal“.

 

Neben Arnold stellt Landschaftsarchitekt Dieter Pfrommer die Pläne für Hussenhofen vor. Dort wird das Remsufer beim Dorfplatz naturnah gestaltet. Dieses Projekt haben die Bürger Hussenhofens begleitet und der Ortschaftsrat hat es einstimmig verabschiedet, sagt Ortsvorsteher Thomas Kaiser. Die Stadträte begrüßen die Projekte. „Ein Strauß toller Ideen“, sagt Susanne Lutz (BL), eine „durchdachte Konzeption“, merkt Konrad Sorg (SPD) an. Ein „Highlight“ sei diese Präsentation, sagt Elmar Hägele (Grüne), begrüßenswert Gmünds Kooperation mit Schorndorf, meint Karin Rauscher (FWF). Das große Ziel sei, die Gartenschau 2014 mit dem Zeiselberg und dem Königsturm zu vollenden, sagt Alfred Baumhauer (CDU). Zwei Millionen Gäste zu bekommen, wie 2014, sei schwieriger. Dafür brauche Gmünd viele Veranstaltungen, die wiederum kosteten Geld. Das Budget sei knapp, deshalb brauche es Sponsoren.

© Gmünder Tagespost 03.05.2017

Ein Trauzimmer mit Blick ins Remstal

Gartenschau 2019 Der Münchner Architekt Florian Nagler stellte Stadträten eine Sitz-, Tanz- und Schaulinde auf dem Lindenfirst vor.

Gmünd wird für die Remstalgartenschau ein weiteres Wahrzeichen erhalten: Auf dem Lindenfirst wird eine Sitz-, Tanz- und Schaulinde entstehen. Entworfen hat sie der Münchner Architekt Florian Nagler. Sein Projekt ist eines von 16 Projekten, die die 16 an der Remstalgartenschau beteiligten Städte und Gemeinden über die 80 Kilometer der Gartenschau verbinden. Nagler stellte seinen Entwurf am Mittwoch den Stadträten des Bauausschusses vor.

Der Architekt, der an der Technischen Universität in München eine Professur hat und in München ein Architekturbüro mit 20 Mitarbeitern leitet, habe „über Monate und Wochen gehirnt“, stellte Oberbürgermeister Richard Arnold den Stadträten den Münchner vor. Naglers Entwurf sei sehr gut und könne von hiesigen Handwerkern umgesetzt werden, sagte Arnold.

Er habe sich über die Einladung zu dem Gartenschauprojekt sehr gefreut, sagte Nagler selbst. Gmünd sei für ihn ein „sehr gutes Los“ gewesen. Nagler hatte sich die Fläche auf dem Lindenfirst bei einem Besuch in Gmünd vorab angeschaut. Und dort in der Mitte die Linde entdeckt. Um diese ordnete er ein Gerüst aus Lärchenholz an. Dieses hat bei einer Höhe von etwa 8,50 Metern mehrere Ebenen. Eine Sitz- und eine Tanzebene, die an die Tradition des Tanzes um die Dorfinde anknüpft. Und eine weitere, höher angeordnete Schauebene, die Besuchern den Blick auf die Dreikaiserberge und ins Remstal eröffnet.

Hier hakte Arnold ein, sah ein weiteres „Trauzimmer mit Blick auf die Dreikaiserberge und ins Remstal“. Die Sitz-, Tanz- und Schaulinde bleibe Gmünd über die Gartenschau hinaus erhalten. Nagler habe ein „erschwingliches Gebäude“ entworfen, sagte Arnold. Dies ist von Bedeutung, da für jedes der 16 Projekte 50 000 Euro angesetzt waren. Beim Gmünder Projekt übernimmt der Ostalbkreis die Hälfte der Kosten.

 

Viel Lob gab’s für Nagler von den Ratsfraktionen. „Beeindruckend und bestechend“ nannte Christof Preiß (CDU) den Entwurf. Nagler habe etwas Tolles vorgestellt, das die Unterstützung der CDU-Fraktion habe. Eine „pfiffige Idee“ nannte Konrad Sorg (SPD) Naglers Projekt. Von einem „bescheidenen Projekt an einem besonderen Ort“ sprach Karl Miller (B 90 / Die Grünen). Ullrich Dombrowski (Bürgerliste) begrüßte, dass auf dem Lindenfirst „etwas Luftiges, Neues entsteht“, ein „neues Wahrzeichen für Schwäbisch Gmünd“. Dieses Gebäude werde in Gmünd sicher mit großer Begeisterung angenommen, sagte Dr. Constanze Schwarzkopf-Streit (FWF).

Alle 16 Projekte sind ab Sonntag, 7. Mai, eine Woche lang in einer Ausstellung auf dem Röhm-Areal in Schorndorf in der Weilerstraße 14 zu sehen. Täglich von 12 bis 20 Uhr. Eröffnung ist am Sonntag um 14 Uhr.